Allgemeine Fragen

Berufsausbildung und Studium in einem! Heißt es für Schulabsolventinnen und Schulabsolventen nach dem (Fach-)Abitur sonst „entweder, oder“, gehen bei dem Modell der studienintegrierenden Ausbildung beide Optionen Hand in Hand. Lernende können sich mit einer abgeschlossenen Ausbildung und einem darin verzahnten Bachelorstudium doppelt qualifizieren.
Durch die konsequente Verbindung von beruflicher und akademischer Bildung ist die BHH eine wertvolle Ergänzung der Hochschullandschaft in Hamburg. Schulabsolventinnen und Schulabsolventen finden ein Angebot, bei dem sie praxisnah im Betrieb lernen und zugleich im berufsschulischen und hochschulischen Teil auf akademischem Niveau studieren können. Unternehmen haben die Möglichkeit, praktisch geschulte und breit qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Die BHH stellt berufliche und akademische Bildung auf eine Stufe und leistet einen Beitrag, den Fachkräftebedarf zu sichern.

In Hamburg, wo deutlich mehr als die Hälfte der Schulabsolventinnen und Schulabsolventen über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, entscheiden sich nur wenige von ihnen nach dem Abschluss für eine Ausbildung. Viele wählen stattdessen ein Studium, obwohl es vielleicht gar nicht zu ihnen passt. Hohe Abbruchzahlen sind die Folge. Für Unternehmen ist es nicht nur schwierig, Auszubildende zu finden, sondern auch, diese zu halten: Häufig verlassen sie nach dem Abschluss den Lehrbetrieb für ein nachgelagertes Studium. Es fehlt an Angeboten, die eine Gleichrangigkeit von beruflicher und akademischer Bildung herstellen. Mit der BHH schafft Hamburg ein solches Angebot und setzt damit eine zentrale Empfehlung des Wissenschaftsrats um. Dieser war 2014 in seinen „Empfehlungen zur Gestaltung des Verhältnisses von beruflicher und akademischer Bildung“ zu dem Urteil gelangt: „Bisher noch nicht erschlossenes Potential sieht der Wissenschaftsrat in hybriden Ausbildungsformen, die stärker auf der Berufsbildungsseite verortet werden. Formate, die akademische Inhalte in Berufsausbildungsgänge integrieren, fehlen bisher weitgehend.“

Im Unterschied zu dualen Studiengängen, in denen das Studium im Zentrum steht und durch berufspraktische Elemente ergänzt wird, ist es an der BHH umgekehrt: Hier stellt die berufliche Ausbildung den Ausgangspunkt für alle Bildungsgänge dar. Die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) ist aufgrund ihrer Expertise auf dem Gebiet der beruflichen Bildung optimal geeignet, um die BHH mit ihren Kompetenzen zu unterstützen. Darüber hinaus herrscht eine enge Kooperation mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG). Die BHH wird als Hochschule nach dem Hamburgischen Hochschulgesetz gegründet und sie erfüllt alle Bedingungen, die für die Wissenschaft in der Freien und Hansestadt gelten.
Die Lernenden erlangen an der BHH zwei Abschlüsse in nur vier Jahren: den Ausbildungsabschluss und den Bachelor. Und das bei einem Arbeitspensum, das sich an der klassischen Fünf-Tage-Woche orientiert. Die Verzahnung der Inhalte macht es möglich: An der BHH werden Leistungen an drei Lernorten – Betrieb, Berufsschule und Hochschule – gegenseitig anerkannt, sodass Doppelungen reduziert werden. Die Bildungsgänge der BHH bieten das Beste aus drei Welten: anspruchsvolle praktische Fertigkeiten im Lehrbetrieb, breites Wissen über das gesamte Berufsfeld in der Berufsschule sowie akademische Kompetenzen und wissenschaftliche Methoden in der Hochschule. Hinzu kommt ein individuelles Coaching, das die Lernenden in den ersten 18 Monaten, bei der Entscheidung unterstützt, ob der Weg zum Doppelabschluss fortgesetzt wird oder ob ein Ausbildungsabschluss am Ende steht. In dieser Kombination unterscheiden sich die Bildungsgänge der BHH deutlich von anderen dualen Studienangeboten. Zudem fallen weder für die Unternehmen noch für die Lernenden Studiengebühren an. Im Gegenteil: Die Lernenden erhalten von Beginn an eine Ausbildungsvergütung.
Ausbildung oder Studium – welcher Weg ist für mich der richtige? Viele junge Menschen stehen nach der Schule vor dieser Entscheidung. Die Frage lässt sich nicht immer eindeutig beantworten und führt zu Unsicherheit. Die BHH schafft Abhilfe und bietet einen Weg, der Ausbildung und Studium miteinander vereint. Wer Interesse an einem kaufmännischen Beruf oder einer Karriere auf dem Feld der Informatik hat, findet an der BHH den optimalen Einstieg. Weitere Berufsfelder werden folgen. Als Kooperationspartner suchen wir Unternehmen, die breit qualifizierte und praktisch geschulte Nachwuchskräfte für sich gewinnen und Talente aktiv fördern möchten.
Die BHH soll als sichtbares Bindeglied zwischen beruflicher und akademischer Bildung auch ein als solches erkennbares Gebäude erhalten. Die Räumlichkeiten der BHH befinden sich zunächst in der Anckelmannstraße 10, Nähe Berliner Tor. Langfristig entsteht ein neuer Campus auf dem Gelände Brekelbaums Park, unmittelbar gegenüber vom derzeitigen Standort. Dort entsteht der künftige Berufs- und Hochschulcampus Brekelbaums Park als gemeinsamer Standort für die BHH und die fusionierenden Berufsschulen BS 05 und BS 20. Der Neubau wird nicht vor 2025 bezugsfähig sein.
Schon zum Start bietet die BHH eine attraktive Auswahl von Bildungsgängen: Drei kaufmännische Ausbildungsberufe (Bankkaufleute, Industriekaufleute und Kaufleute für Marketingkommunikation) werden mit einem betriebswirtschaftlichen Studium (Bachelor of Arts, B.A.) kombiniert und der Ausbildungsberuf zur Fachinformatikerin oder zum Fachinformatiker mit einem Informatikstudium (Bachelor of Science, B.Sc.) verzahnt. In diesen Berufsfeldern ist der Anteil an Auszubildenden mit Hochschulzugangsberechtigung hoch und es besteht ein großer Bedarf an Absolventinnen und Absolventen mit übergreifender Qualifikation. Für die Aufbauphase der BHH sind die Bildungsgänge auch deshalb geeignet, weil es deutliche Überschneidungen in den Lehrplänen von Ausbildung und Studium gibt. Weitere Angebote sind bereits geplant. Hier liegt ein besonderes Augenmerk auf der Verbindung von gewerblich-technischen bzw. handwerklichen Ausbildungen mit einem betriebswirtschaftlichen Studium.

Vier Jahre, drei Lernorte, zwei Abschlüsse: Die Bildungsgänge an der BHH sind so gestaltet, dass die Lernenden Ausbildung und Studium von Anfang an parallel absolvieren können. Der Arbeitsumfang orientiert sich an der klassischen Fünf-Tage-Woche. Nach 18 Monaten entscheiden die Lernenden anhand ihrer Erfahrungen und gestützt durch ein Coaching, ob sie den Weg zum Doppelabschluss fortsetzen oder den Bildungsgang mit dem Abschluss der Ausbildung beenden möchten. Bis dahin sind jährlich folgende Zeiträume vorgesehen, die sich unterschiedlich verteilen: 14 Wochen Berufsschule, 26 Wochen betriebliche Praxis und sechs Wochen Hochschule. Hinzu kommen regelmäßige Einzeltage für Seminare sowie flexible Selbstlernzeiten. Zur Einordnung für Unternehmen: Die Präsenzzeit der Lernenden im Betrieb entspricht im Umfang der Präsenzzeit im Rahmen einer auf 2,5 Jahre verkürzten Ausbildung. Die Phasen an den drei Lernorten sind grundsätzlich in zusammenhängenden Blöcken strukturiert und somit leicht zu koordinieren. Urlaub und Feiertage ergeben jährlich rund sechs Wochen. Das vierte Jahr absolvieren die Lernenden etwa zur Hälfte im Betrieb und zur anderen Hälfte an der Hochschule. Für den Bachelorabschluss sind insgesamt 180 ECTS-Leistungspunkte (LP) erforderlich, wobei ein LP einem Umfang von 25 Zeitstunden entspricht. Die Leistungen werden an allen drei Lernorten erbracht und gegenseitig anerkannt. Hier wird die Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung besonders deutlich.

Die nachfolgenden zwei Abbildungen zeigen den Aufbau eines Bildungsgangs und die Verteilung der Leistungspunkte:

Abbildung 1: Schema der studienintegrierenden Ausbildung an der BHH.
Abbildung 2: Verteilung der ECTS-Leistungspunkte (LP) in einem Bildungsgang an der BHH.
Mit der BHH gehen wir zwar neue Wege in der beruflichen und akademischen Bildung, halten uns aber dennoch an die etablierten Standards sowohl in der dualen Berufsausbildung als auch in der Hochschule. Dazu zählt die offizielle Akkreditierung der Studiengänge: Mit einem Bachelor der BHH erlangen die Absolventinnen und Absolventen die gleichen Rechte wie an anderen Hochschulen. Mehr noch: Das Qualitätsmanagement der BHH dient nicht nur der Akkreditierung nach wissenschaftlich fachlichen Kriterien, sondern bezieht auch die Organisation und Verzahnung der drei Lernorte sowie die Anforderungen an die Lernenden und ihren Lernerfolg mit ein. Mit den Ideen für das Qualitätsmanagement hat das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) mit der BHH als Verbundpartnerin erfolgreich am Innovationswettbewerb InnoVET des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teilgenommen. Ziel von InnoVET ist die Förderung neuer Konzepte für exzellente berufliche Bildung.
Die BHH ist eine Hochschule nach dem Hamburgischen Hochschulgesetz und sie erfüllt alle Bedingungen, die für die Wissenschaft in der Freien und Hansestadt gelten. Unabhängig von der einzigartigen Verzahnung der Lernorte Betrieb, Berufsschule und Hochschule, folgen die Lehrpläne der BHH bewährten und wissenschaftlich anerkannten Strukturen. Hierfür gibt es keinen fest definierten Rahmen, da Bachelorstudiengänge gemäß der Freiheit von Forschung und Lehre prinzipiell gestaltungsoffen sind. Dennoch hat sich in der Praxis der Hochschulen ein Kanon an Studieninhalten herausgebildet. Das gilt sowohl für die betriebswirtschaftlichen Fächer als auch für die Informatik. An diesem Grundverständnis über die jeweiligen Kerninhalte orientieren sich unsere Bildungsgänge. Sie bieten darüber hinaus Raum für Innovation: Vor welchen neuen Herausforderungen stehen Betriebe? Welche Themen bestimmen die Zukunft? Ein Bachelorabschluss an der BHH besitzt die gleiche Wertigkeit wie ein entsprechender Abschluss an anderen Hochschulen. Durch die mit dem Studium verschränkte Ausbildung gewinnt der Bachelor zusätzlich an Attraktivität.
Die BHH ist eine staatliche Hochschule. Die Bildungsgänge sind weder für die Lernenden noch für die Betriebe mit Studiengebühren verbunden. Wie sich aus dem Hamburgischen Hochschulgesetz ergibt, wird lediglich ein Verwaltungskostenbeitrag erhoben. Dieser beträgt 50 Euro für jedes Semester. Die Lernenden erhalten von Anfang an eine Ausbildungsvergütung. Die Investition der Stadt in das Bildungsangebot zahlt sich für den Standort Hamburg in mehrfacher Hinsicht aus: Die BHH wird den Bedürfnissen vieler Schulabsolventinnen und Schulabsolventen sowie dem Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften zahlreicher Unternehmen gerecht. Die gegenüber einem konsekutiven Modell (das heißt, zuerst Ausbildung, danach Bachelorstudium) kürzere Laufzeit senkt Lehrkosten und lässt Absolventinnen und Absolventen früher ins Berufsleben einsteigen. Um Abbrüche zu vermeiden, wird in den ersten 18 Monaten ein Coaching angeboten, das die Lernenden bei der Entscheidung unterstützt, ob der Weg zum Doppelabschluss fortgesetzt wird oder ob ein Ausbildungsabschluss am Ende steht. Rund 1.000 Plätze sind für das Bildungsangebot der BHH im Regelbetrieb (ab 2025) geplant. Die Kosten werden dann jährlich auf rund 5,6 Mio. Euro veranschlagt, ohne gebäudebezogene Ausgaben.

Fragen von Schülerinnen und Schülern oder deren Eltern

Die Lernenden an der BHH sind Auszubildende und Studierende zugleich. Sie können in vier Jahren zwei Abschlüsse erlangen: den Ausbildungsabschluss und den akkreditierten Bachelor. Die doppelte Qualifizierung sorgt nicht nur für optimale Karrierechancen in der Zukunft, sondern hat von Anfang an viele Vorteile. Im Betrieb sammeln die Lernenden konkrete berufspraktische Erfahrungen und erhalten über die gesamte Zeit hinweg eine Ausbildungsvergütung. Die Berufsschule liefert vertiefende Kenntnisse in Theorie und Praxis. Hier wird der Blick auf das jeweilige Berufsfeld auch über die Grenzen des eigenen Ausbildungsbetriebs hinaus erweitert. Dritter Lernort ist die Hochschule, wo insbesondere wissenschaftliche Kompetenzen vermittelt werden. Leistungen, die die Lernenden an einem der drei Lernorte erbringen, zählen für den gesamten Bildungsgang. Das reduziert Doppelungen und ermöglicht ein Arbeitspensum, das sich an der klassischen Fünf-Tage-Woche orientiert. Es werden keine Studiengebühren erhoben.
Wer Interesse an einer studienintegrierenden Ausbildung hat, bewirbt sich nicht direkt bei der BHH, sondern bei einem Unternehmen, das mit uns kooperiert. Voraussetzung ist eine Hochschulzugangsberechtigung, zum Beispiel Abitur oder Fachabitur. Der Betrieb wählt eine geeignete Bewerberin oder einen geeigneten Bewerber aus und schließt mit der potenziellen Nachwuchskraft einen Ausbildungsvertrag. Eine ergänzende Vereinbarung regelt die Besonderheiten des studienintegrierenden Modells. Einen gesonderten Vertrag zwischen der oder dem Lernenden und der BHH gibt es nicht. Hier gelten die jeweils aktuellen Satzungen. Die Bildungsgänge sind nicht zulassungsbeschränkt, das heißt, es gibt keinen so genannten Numerus clausus (NC).
Einkommen ab dem ersten Tag: Die Lernenden an der BHH erhalten von Beginn an eine Ausbildungsvergütung. Da die BHH ein staatliches Angebot ist, entfallen Studiengebühren. Es wird lediglich ein Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 50 Euro je Semester erhoben. Den Lernenden steht es grundsätzlich frei, sich für eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder andere Formen finanzieller Unterstützung zu bewerben. Dabei ist zu beachten, ob die zulässigen Einkommensgrenzen bereits durch die Vergütung erreicht werden.
Die Bildungsgänge der BHH haben einen integrativen Ansatz, das heißt, Studium, betriebliche Ausbildung und Berufsschulunterricht folgen einem gemeinsamen Lehrplan. Um eine Vergleichbarkeit zwischen Lernfeldern an der Berufsschule und Hochschulmodulen herzustellen, wird der Berufsschulunterricht in Umfang und Inhalt vertieft und erweitert. Die Leistungen werden wechselseitig anerkannt und beziehen sich aufeinander, sodass unnötige Doppelungen vermieden werden. Ein Beispiel: Im Bildungsgang für Industriekaufleute mit BWL-Bachelorstudium absolvieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das quantitativ und qualitativ angereicherte Lernfeld „Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren“ an der Berufsschule. Dieses wird an der Hochschule als Studienmodul „Marketing“ anerkannt, muss dort also nicht noch einmal belegt werden. Derartige Verzahnungen erlauben es, Ausbildung und Studium innerhalb von vier Jahren abzuschließen – mit einem Arbeitspensum, das sich an der klassischen Fünf-Tage-Woche orientiert. Die Phasen an den drei Lernorten sind grundsätzlich in zusammenhängenden Blöcken strukturiert und somit leicht zu koordinieren.
An der BHH ist niemand auf sich allein gestellt. Neben den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb und dem Klassenverband an Hochschule und Berufsschule gibt es in den ersten 18 Monaten ein individuelles Coaching. Es dient insbesondere dazu, die Lernenden auf der Grundlage ihrer bereits gesammelten Erfahrungen bei der Entscheidung über den weiteren Bildungsweg zu unterstützen: Behalte ich weiterhin den Doppelabschluss im Auge oder fokussiere ich mich auf den Ausbildungsabschluss? Auf diese Weise können Abbrüche vermieden werden.
Die erneute Bildungswegentscheidung nach 18 Monaten kann unterschiedlich ausfallen. Für diejenigen, die auf den Doppelabschluss verzichten und ausschließlich die Ausbildung beenden möchten, werden individuelle, passgenaue Angebote entwickelt. Die Lernenden wechseln dann innerhalb der Berufsschule die Klasse und haben das Recht, eine Verkürzung zu beantragen. Wer sich für ein Studium ohne Ausbildung entscheidet, hat die Möglichkeit, sich an einer anderen Hochschule zu bewerben. Die bis dahin erbrachten Leistungen bleiben erhalten und können bei Kompatibilität durch die neue Hochschule angerechnet werden.
Mit Ausbildungsabschluss und akkreditiertem Bachelor der BHH stehen viele Türen offen. Das gilt für den Arbeitsmarkt im Allgemeinen, aber auch und vor allem für den ausbildenden Betrieb. Hier ist die oder der Lernende von Beginn an integriert und es besteht die Chance auf eine dauerhafte Arbeitsbeziehung. Durch die Kombination aus berufspraktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Kompetenz sind die Absolventinnen und Absolventen der BHH für ein breites Aufgabenspektrum qualifiziert. Sie erwerben auch die Berechtigung für ein Masterstudium, zum Beispiel in berufsbegleitender Form.
Ein Ausbildungsabschluss im Rahmen der BHH erfüllt die gleichen Kriterien wie andere Formen der dualen Berufsausbildung. Insofern stehen den Absolventinnen und Absolventen alle gängigen Anschlussmöglichkeiten in ihrem jeweiligen Berufsfeld zur Verfügung.
Der Bachelorabschluss an der BHH ist akkreditiert und hat den gleichen Status wie derjenige anderer Hochschulen und Fachhochschulen. Absolventinnen und Absolventen erwerben die Berechtigung für ein Masterstudium.

Fragen von Unternehmen

Unternehmen, die breit qualifizierte und praktisch geschulte Nachwuchskräfte für sich gewinnen sowie Talente aktiv fördern und binden möchten, sind bei der BHH an der richtigen Adresse. In enger Zusammenarbeit mit Betrieb und Berufsschule bieten wir den Lernenden die Möglichkeit, in nur vier Jahren zwei Abschlüsse zu erlangen: einen Ausbildungsabschluss und einen akkreditierten Bachelor. Das Angebot spricht Schulabsolventinnen und Schulabsolventen mit (Fach-)Abitur an, die sich nicht zwischen Ausbildung und Studium entscheiden wollen. So erschließen sich Unternehmen neue Zielgruppen für das Recruiting. Die zukünftigen Fachkräfte sind nicht nur rechtlich durch einen klassischen Ausbildungsvertrag mit dem Betrieb verbunden, sondern werden von Beginn an im Betrieb sozialisiert. Weder das Unternehmen noch die Lernenden müssen Studiengebühren zahlen.
Grundsätzlich ist jedes Unternehmen, das neue Wege in der Nachwuchsförderung gehen möchte und die Qualität und Sicherheit eines staatlichen, akkreditierten Bildungsangebots schätzt, dazu eingeladen, sich an der studienintegrierenden Ausbildung der BHH zu beteiligen. Besonders zu Beginn liegt der Fokus auf Betrieben, die bereits Bankkaufleute, Industriekaufleute, Kaufleute für Marketingkommunikation oder Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker ausbilden. Da jedoch weitere Angebote bereits geplant sind, zum Beispiel eine Verbindung von gewerblich-technischen bzw. handwerklichen Ausbildungen mit einem betriebswirtschaftlichen Studium, freuen wir uns bereits in der Entwicklungsphase über einen Austausch mit allen interessierten Unternehmen.

Wer Interesse hat, einen Bildungsgang in Zusammenarbeit mit der BHH anzubieten, oder sich zunächst unverbindlich informieren möchte, kann ganz unkompliziert Kontakt zu uns aufnehmen: Das Team der BHH ist telefonisch (040 428791-195 oder -194) sowie per E-Mail (FragenAnBHH@bhh.hamburg.de) erreichbar. Für eine Teilnahme am Programm der studienintegrierenden Ausbildung schließen Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit der BHH ab.

Teilnehmende Betriebe schließen eine Kooperationsvereinbarung mit der BHH. Sie suchen passende Bewerberinnen und Bewerber und entwickeln Kriterien für die Auswahl. Ist eine geeignete Person mit Hochschulzugangsberechtigung gefunden, stellt das Unternehmen die potenzielle Nachwuchskraft ein und schließt wie bei der klassischen Berufsausbildung einen Ausbildungsvertrag mit ihr. Alle zusätzlichen Regelungen, die die Besonderheiten des studienintegrierenden Modells betreffen, werden in einem ergänzenden Vertrag festgehalten. Dieser muss den Bestimmungen entsprechen, die aus der Kooperationsvereinbarung zwischen Betrieb und Hochschule hervorgehen. Die BHH immatrikuliert die Lernenden und es gelten die jeweils aktuellen Satzungen. Im Rahmen eines Bildungsgangs erlangen die Lernenden nach drei Jahren ihren Ausbildungsabschluss. Frühestens sechs Monate vor diesem Zeitpunkt wird ein befristeter Anschlussvertrag bzw. „Ausbildungsvertrag im dualen Studium“ zwischen ihnen und dem jeweiligen Unternehmen für das vierte Jahr unterzeichnet. Dieser Vertrag regelt die Phase bis zum Bachelorabschluss und folgt ebenfalls den Bestimmungen der Kooperationsvereinbarung zwischen Betrieb und BHH. Dazu zählt, dass die Vergütung mindestens dem Ausbildungsgehalt entspricht.
Unternehmen, die mit der BHH kooperieren, entscheiden nach selbst entwickelten Kriterien, welche Bewerberinnen und Bewerber sie im Rahmen der studienintegrierenden Ausbildung einstellen möchten. Damit geben sie den Lernenden die Möglichkeit, sich über vier Jahre gemäß ihren Fähigkeiten zu entwickeln und zu qualifizieren. In dieser Zeit können sie eine enge und langfristige Verbindung zu den künftigen Fachkräften aufbauen. Gerade im vierten Jahr besteht für die Betriebe die Chance, die jungen Talente gezielt auf anschließende Tätigkeiten im Betrieb vorzubereiten und beispielsweise an der Themenfindung für die Bachelorarbeit mitzuwirken. Nach 18 Monaten an der BHH treffen die Lernenden anhand ihrer bis dahin gesammelten Erfahrungen und gestützt durch ein Coaching erneut eine Entscheidung über ihren Bildungsweg. Diesen Prozess begleiten die Unternehmen in beratender Funktion.
Ziel der studienintegrierenden Ausbildung an der BHH ist es, zukünftige Fachkräfte in Theorie und Praxis optimal zu qualifizieren und sie für die Herausforderungen von heute und morgen zu wappnen. Die teilnehmenden Betriebe sind eingeladen, den Prozess aktiv mitzugestalten. Sie können neue Talente für sich gewinnen, gezielt einbinden und fördern. Mit einem Kooperationsvertrag zwischen Betrieb und BHH gehen die Unternehmen Verpflichtungen ein, die zum Erfolg der Bildungsgänge beitragen. Sie sichern eine Beschäftigung bis zum Studienabschluss nach vier Jahren zu, übertragen den Lernenden passende Tätigkeiten, sorgen für eine kompetente Betreuung im Betrieb und stellen die künftigen Nachwuchskräfte für Lehrveranstaltungen und Prüfungen an den Lernorten Berufsschule und Hochschule frei. Bei Praxisaufgaben, schriftlichen Projekten und insbesondere bei der Bachelorarbeit haben die Unternehmen die Chance, an der Themenfindung mitzuwirken, sodass spezifische, betriebliche Fragestellungen berücksichtigt werden. Auf diese Weise können die Unternehmen effektiv von den Ergebnissen profitieren.
Das Modell der studienintegrierenden Ausbildung ist als Ergänzung der Hamburger Bildungslandschaft angelegt, in der bislang häufig zwischen dualer Berufsausbildung und dualem Studium unterschieden wird. Auch die teilnehmenden Unternehmen können das Angebot als zusätzlichen Baustein betrachten. Wenn sie sich für die studienintegrierende Ausbildung entscheiden, können sie sich neue Zielgruppen für das Recruiting erschließen: leistungsstarke Schulabsolventinnen und Schulabsolventen, die sich ohne eigene Erfahrungen nicht auf Ausbildung oder Studium festlegen möchten, sondern sich beides vorstellen können. Das Angebot der BHH ist eine dritte Option, um breit qualifizierte und praktisch geschulte Fachkräfte zu gewinnen, Talente zu fördern und eine langfristige Arbeitsbeziehung zu ihnen aufzubauen.

Die Präsenzzeit der Lernenden im Betrieb entspricht im Umfang der Präsenzzeit im Rahmen einer auf 2,5 Jahre verkürzten Ausbildung. Wie sich die Anwesenheit insgesamt auf die Lernorte verteilt, zeigt die folgende beispielgebende Infografik:

Abbildung 1: Schema der studienintegrierenden Ausbildung an der BHH.

Die folgenden Modullisten geben Aufschluss darüber, welche Inhalte innerhalb der Bildungsgänge zu welchem Zeitpunkt unterrichtet werden.